Filmuntertitel
Choreograf und Performer
Enactment von Veronica Defièbre und Puppe zu Rammsteins Puppe
im Rahmen des Festivals "Dissoziationen Assoziationen - und umgekehrt. Hysterie nicht mehr an der Quellenstrasse"
Der Brandschatz
Der Engel Tränen sieht man nicht
Der Treppenwitz
Hellzapoppin' (Henry C. Potter, USA 1941)
Deutsche Untertitel zusammen mit Carlos Hartmann
Gedichte
Der Brandschatz
Es war ein Herr, es war ein Mann
Ruhigen Schrittes heimlich klamm
Ohne Halt Gewand im Griff
So hielt er Fahne wunderlich
Es war gewölbte Abendfrühe
Ein Blick warfst du ihm ohne Mühe
Auf seine Weste und sein Siegel
Sie ist nun Schwarz mit Laub am Spiegel
Du hast gewagt ihn anzusehen
Er hat gefragt, dich ausersehen
So sagtest du ihm ins Gesicht
Mit vollem Munde spricht man nicht
So hat er dich nun angeschwiegen
Und brachte dich so zum Erliegen
Du hast dich nicht gefragt wieso
Jetzt brennt dein Hofe licherloh
Du siehst es nicht, kannst es nicht hören
Er war bereit dich zu verzehren
Und stiehlst du fort dir eine Träne
Zeigt er dir seine Zähne
Gewonnen hast du seinen Preis
Du siegtest als die Schwache
Und wenn der Regen wird zu Eis
Wird Vergebung dir zur Rache
Bis heute wanderst du allein
Bis er dich tritt dir zu verzeihen
Und wanderst du mit Wunden
Hat Heilung dich gefunden
Bis heute weißt du nicht wieso
Es brennt nur weiter lichterloh
Der Treppenwitz
Ein Kind war einst versunken
Im Spiele heiter freudetrunken
Da sprang ein Rufe an sein Ohr
Ein Wink auf`s Mal ins Auge fuhr
Es gibt zu zeigen und zu finden hier
Du wirst schon sehen das zeig ich dir
Die Neugier aus dem Schatten sprang
So lief es hoch, hinauf den Hang
Und beide gingen so geschwind
Zusammen ins Gebüsch als Kind
Zu finden gab es – oh wie schön
Zu tasten Neues, nie gesehen
Die Welt war so um eine Ecke
Reicher als die Perlenkette
Das hab ich so noch nie erblickt
Das möcht' ich mir begreiflich machen
Mit jedem Griff ich neu verzückt
Das Auge grinst auch ohne Lachen
Mein Freund ich danke dir
Diesen Fund behalt ich mir
Die Entdeckung war es wert
Aus der Deckung unbeschwert
Lauf ich zurück und teile mit
Was ich gewann mit Freud' und Glück
So rannte emsig Eifer nun
Zurück zum Hafen kund zu tun
Doch du hattest das Kind verloren
Die Panik verschloss dir deine Ohren
Oi, ich seh dich da, jetzt bin ich hier
Erzähle dir, leg dir dar, oh
Für Freude hattest du den Blick verschlossen
Getrieben von den Schafen mit Gebell
So hast du ausgeteilt und ausgeschlossen
Bei mir bleiben! – Sei kein Rebell!
Nichts kann so besonders sein!
Du bleibst bei mir, sonst bind ich dich
Mit eisig Herz reib ich dich ein
Ich halt dich fest, so liebst du mich
So hast du nun Gewalt gesprochen
Der Freude Stolz und Herz gebrochen
Der Neugier Flügel abgeknickt
Dem Eifer Hemmung eingestickt
Die Geschichte könnte hier nun Enden
Doch das letzte Wort war nicht gesprochen
Darum muss ich mich an dich noch wenden
Es ist verheilt, was du gebrochen
Was einst zu schwach um sich zu wehren
Ist nun gewachsen mich zu ehren
Die Freude blieb des Geistes Leiter
Dem Mut sei Dank: liebte ich weiter
Man kann nicht beugen was sich knickt
Man kann nicht knicken was verzückt
Was nicht fliegt das muss halt gehen
Entscheidend ist: man bleibt nicht stehen
Der Flügelschlag ist auch gelungen
Und so hat er sich dann hochgerungen
So hat sich nach und nach erhoben
Ein stolzer Geist kreist nun dort oben
Wie eine Eiche in den Himmel
Ragt sein Ruf aus dem Gewimmel
Sein Eifer wird gejagt
Seine Kunde ist gefragt
Viele Leute wissen`s schon
Ach ist er groß: ist er dein Sohn?
Jetzt wolltest du ihn täglich sehen
Doch kannst du nicht, er blieb nicht stehen
Während er nun seine Kreise zieht
Sitzt du hier, die Leere blieb
Du kannst das alles nicht verstehen
Wie konnte das denn nur geschehen?
Der Engel Tränen sieht man nicht
Des Wolkenbruches Feuerkraft entfaltet sich nur in der Nacht
Es schlägt sich durch es bricht sich Bahn
Gelingt der Schlag gelingt der Streich
So sink' ich in das Schattenreich
Es legt sich unendlich weit
Ein Schlag durch Zeilen in der Zeit
Geschlagen wie ein glühend Kind
Gefällt die Macht des Schmiedes
Gefällt mir das Gefallen nicht
Rück ich dich ins rechte Nichts
Ich schlage und forme weich
Mit hartem Stahl dein Federkleid
Ich rupfe dich und stopfe dich
Gerichtet und geschlachtet hab ich dich
So fesselt sich in dunkler Stund die Träne in Aug' und Mund
Zerfällt des Königs Krone und tanz ich mit
Nur ohne
So war es lang und war es weich
Und nun nur warm und hart
Verlassen, vergessen, aufgehoben
Und nun soll's sein
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